|
Geschichte des Bernhardusvereins e.V.
Um die Jahrhundertwende waren auch in dörflichen Bereichen eine Kinderbewahranstalt und eine ambulante Krankenpflege erstrebenswert. So wurden zu dieser Zeit schon nach Möglichkeiten gesucht, diesen Bedürfnisse gerecht zu werden.
So sollte es auch bei uns in Hörstein sein. Unter der Federführung des damaligen Ortspfarrers Alois Klement gelang es im Jahre 1907, das Vorschwebende in die Tat umzusetzen und in die richtigen Bahnen zu lenken.
In der „Chronik über die Kinderbewahranstalt und ambulante Krankenpflege in Hörstein“ steht in mittlerweile verblassten Buchstaben auf einem gebunden Buch, dessen erste Seite folgenden Eintrag vom 22.12.1908 wiedergibt. „Hörstein ist ein sowohl landwirtschaftlich als gewerblich überaus tätiger Ort. Die Landwirtschaft, die sehr bedeutend ist, beschäftigt einen großen Teil der Leute vom frühen Morgen bis zum späten Abend, Ein anderer Teil der Leute, bis zu hundert, sind an der königlichen preußischen Eisenbahn teils als Beamte, teils als Angestellte oder Arbeiter beschäftigt. Andere sind Taglöhner in den großen staatlichen und privaten Weinbergsanlagen oder in den ausgedehnten Waldungen des Ortes. Im Nachteile sind bei dieser vieler Beschäftigungen die Kinder und Kranken, die einen großen Teil des Tages, sei es unbeaufsichtigt, liegen.“
Pfarrer Klement, der von 1907 bis 1911 als Seelsorger im Weinort Hörstein wirkte, gilt als „spiritus rector“ des neuen Projektes. Lesen wir einen weiteren Auszug aus den damaligen Protokollen. „Aber woher die Mittel nehmen? Nun rechts der Kirche ist ein ehemaliges Schulhaus, bewohnt von Fräulein Theresia Göpfert, Schwester des verstorbenen Pfarrers Johann Göpfert aus Stockheim in der Rhön, eines gebürtigen Hörsteiners Vor der Kirche ist ein geräumiger Spielplatz. Links von der Kirche die ehemalige Zehntscheune, zur Pfarrei gehörig. In diese Scheune könnte leicht ein Kindersaal eingebaut werden. Das wäre zwar ein primitiver, aber ein Anfang. Die Gemeinde steht der Sache wohlwollend gegenüber, wenn auch einige Verärgerte und Übergescheite oder auch avari abseits stehen bleiben. Die Gemeindeverwaltung überlässt die alten Schulbänke, gibt Holz zur Saaleinrichtung, und ist bereit, eine jährliche Unterstützung von 100 Mark zu bewilligen. Doch das reicht noch lange nicht. Es wird ein Johanniszweigverein gegründet, und siehe da, mehr als 200 Frauen und Jungfrauen schließen sich sofort dem guten Werk an, auch Israeliten, und entrichten gerne den monatlichen Beitrag von 0,30 Mark. Mehrere Mädchen erklären sich bereit, die Beiträge zu sammeln, so dass bei Beginn des Vereins 217 Mitglieder zusammengefunden haben.“
Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte im Jahre 1909. Die erste Krankenpflegestation und Kindergewahranstalt befand sich also im Bereich um die Kirche. Das alte Schulhaus steht – im Gegensatz zu der bei der Kircherweiterung 1954 abgerissenen Zehntscheune – noch. Es handelt sich um das Fachwerkhaus „Dornhäckerhaus“, das heute unter Denkmalschutz steht.
Blättern wir weiter im Protokollbuch. Anlässlich einer Versammlung am 9.05.1909 beim Gastwirt und Bürgermeister Eduard Kern („zum Löwen“) taucht erstmals der Wunsch auf den Neubau eines „Anstaltshauses“ auf. Interessant ist ferner die am gleichen Tag gewählte Vorstandschaft. Außer dem Pfarrer als ersten Vorsitzenden haben ausschließlich Frauen das Sagen. Schriftführerin ist die Ehefrau des israelitischen Volksschullehrer Bella Wahler.
Bereits im Jahr 1910 konnte Pfarrer Klement den Erwerb des so genannten Hörsteiner Pfarrgartens, heute Martinsheim, melden. Der St. Johanniszweigverein hatte eine große Wohltäterin gefunden. Die in Amerika lebende Witwe Anna Maria Braun stiftet das Geld für den Bauplatz und stellte auch weitere Unterstützung in Aussicht. Spendenfreudige Bürger und die Gemeindeverwaltung machten sich ebenso um das Werk verdient. So konnte bereits am Pfingstsonntag den 5.06.1911 die Einweihung des neuen Anstaltsgebäudes gefeiert werden. Im so genannten Schwesternhaus befand sich nun die ambulante Krankenbehandlung, die Kinderbewahranstalt und eine Handarbeitsschule. Die Betreuung erfolgte durch die Schwestern der „Töchter vom göttlichen Erlöser“.
Die folgenden Jahrzehnte brachten eine erfolgreiche und segensreiche Tätigkeit, die auch – mit der Missgunst der Machthaber im Dritten Reich versehen – anhielt. Offizielle Versammlungen und Einträge ins Protokoll fanden zu dieser Zeit nicht statt.
Erst ab dem Jahre 1952 finden sich wieder schriftliche Quellen über den Johanniszweigverein Hörstein. Aufgrund der anwachsenden Bevölkerung und der gesteigerten hygienischen Erwartung wurden bald Gespräche über einen Anbau an das Schwesternhaus geführt. In der Zeit von 1960/61 drängte der Pfarrer und Geistliche Rat Johannes Schulz auf einen Erweiterungsbau. Unter tatkräftiger Mithilfe und Unterstützung der Hörsteiner konnte am 11.11.1962 der neue Kindergartenanbau eingeweiht werden.
Einen kleinen Überblick aus den Tätigkeiten des Vereins aus dem Jahr 1967: 5603 Krankenbesuche, 1405 ambulante Behandlungen im Schwesternhaus und täglich rund 90 Kinder im Kindergarten.
Die neuen Räumlichkeiten erfüllten genau 10 Jahre ihren Zweck.
1972 oblag es Pfarrer Hermann Hertlein, dank der großen Mitunterstützung der ehemaligen Marktgemeindeverwaltung Hörstein, einen neuen zweckentsprechenden Kindergarten mit Schwesternhaus im Bruchhausen zu errichten. Am 17.06.1972 konnte der Neubau feierlich eingeweiht werden. Die Kosten des Neubaues betrugen knapp eine Million DM.
Bis zum heutigen Tage ist dieser Bau die Heimat für unsere Kinder im Alter von 3-6 Jahren in Hörstein. Aus der einstmals gegründeten Kinderbewahrungsanstalt ist ein zeitgemäßer Kindergarten geworden, unsere „Kinderarche Hörstein“. Früher wie heute verfolgen wir die gleichen Ziele unserer Kindergartenordnung: „Der Erziehungs- und Bildungsauftrag ist für uns, das Team der Kinderarche Hörstein, ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Die frühe Kindheit ist eine Zeit von außergewöhnlicher Präg- und Bildbarkeit gegenüber Umwelt- und Erziehungseinflüssen.
Von daher spielen das Spiel und die Bewegung als altersgemäße Lebensaufgaben, in denen sich das Kind mit der Umwelt aktiv auseinandersetzt und allmählich Lernbereitschaft und Arbeitshaltung entwickelt, eine große Rolle.
Das Kind kann nur dann auf seine Umwelt in dieser Weise zugehen, wenn es sich angenommen, also geborgen fühlt. Deshalb ist es unsere Aufgabe, neben dem Angebot an Anregungen, Materialien, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten eine Atmosphäre des Vertrauens und der Liebe zu schaffen.
Dazu gehört, daß das Leben in unserem Kindergarten von christlicher Grundhaltung geprägt ist, die sich ausdrückt in einer kindgemäßen Glaubens- und Gebetshaltung, in einer ersten Glaubensvermittlung und Gewissensbildung und in der Einübung von Toleranz, Hilfsbereitschaft und Verständnis für den Mitmenschen.
Die Leitung des Kindergartens lag über Jahrzehnte in den ehrwürdigen Schwesterhänden. Seit Anfang der Neunziger wird die Leitung, wie das gesamte Personal durch den Bernhardusverein bestellt.
Der 1908 gegründete Jonhanniszweigverein wurde am nach dem Hörsteiner Kirchenpatron St. Bernhard in St. Bernhardusverein e.V. umbenannt.
Im Jahre 1977 wurde die ambulante Krankenpflege auf die Sozialstation St. Paulus in Alzenau übertragen, wo wir Mitträger sind.
Lobend ist in all den Jahren die Zusammenarbeit mit der Stadt Alzenau zu erwähnen, die sich immer wieder durch Zuschüsse an einem Fortbestand unserer Einrichtung interessiert zeigt.
Der Vorsitzende des St. Bernhardusvereins ist satzungsmäßig der jeweilige Ortspfarrer. In chronologischer Reihenfolge waren dies bis dato:
- Pfarrer Alois Klement
- Geistlicher Rat Johannes Schulz
- Pfarrer Hermann Hertlein
- Pfarrer Dr. Jobst Lehmann
- Pfr. Friedrich Kastl
- Pfr. Jan L. Urban
Aufgaben
Der St. Bernhardusverein Hörstein wurde bereits 1908 gegründet und leistet seither zwei wichtige sozialpolitische Aufgaben in unserer Gemeinde.
Der Verein ist Träger der Kindertageseinrichtung “Kinderarche” und schafft somit die Voraussetzungen, dass die betreuenden, erzieherischen und pädagogischen Aufgaben an unseren Kindern erfüllt werden können.
Neben dem Betrieb der Kindertageseinrichtung bildet die Hilfe und Unterstützung für kranke-, pflege- und hilfsbedürftige Menschen und ihrer Angehörigen einen weiteren Schwerpunkt unserer Bemühungen. Der St. Berhardusverein ist mit anderen Krankenpflegevereinen im Stadtbereich Alzenau auch Mitglied der Sozialstation St. Paulus in Alzenau.
Unser Verein setzt auf die Solidarität der Generationen, d.h. ältere Menschen tragen durch den Einsatz für Kinder und junge Familien im Kindergartenbereich mit, während jüngere Menschen den Dienst am alten, gebrechlichen, hilfs- und pflegebedürftigen Mitmenschen unterstützen.
Mit den Einnahmen aus unseren Mitgliedsbeiträgen unterhalten wir den Kindergartenbetrieb und fördern die Dienste der Sozialstation St. Paulus. Der Jahresbeitrag beträgt im Jahr 20 Euro.
Generell gilt allen unseren Mitgliedern ein herzliches “Vergelt´s Gott” für die finanzielle Unterstützung und den persönlichen, ehrenamtlichen Einsatz im sozialen und caritativen Bereich.
Sofern Sie noch nicht Mitglied unseres Bernhardusvereins sind, bitten wir Sie, uns durch ihre Mitgliedschaft zu unterstützen, damit wir auch in Zukunft die Trägerschaft der Kinderarche Hörstein erhalten und unseren Beitrag zum Fortbestand der Sozialstation St. Paulus leisten können.
Geschichte des Hl. Bernhard
Im Jahre 1091 wurde Bernhard als dritter Sohn des Ritters Tecelin und seiner Frau Elisabeth auf dem Schloss Fontaines in Burgund geboren. Das Beispiel seiner frommen Mutter machte auf ihn den größten Eindruck. Schon früh zeigte er hellen Verstand. Nachdem ihm in der Christnacht das Jesuskind erschienen war, entschloss er sich für Nachfolge Jesus Christus. Während seine Brüder das Soldatenleben entschieden, neigte der sanfte, stille Bernhard zu den Wissenschaften. Seine Eltern ermöglichten ihm den Besuch der berühmten Schule zu Chatillion, wo er zum Erstaunen der Lehrer bald die größten Fortschritte machte. Im Alter von 19 Jahren verlor er seine geliebte Mutter. Nachdem er ihren Tod überwunden hatte, sammelte er 30 Männer aus den höchsten Ständen der Gesellschaft um sich. Zum Staunen der ganzen Welt folgten Sie dem Rufe eines Mannes, legten ihre Ämter und Würden ab, gaben ihre Güter den Armen und führten selbst ein strenges Bußleben.
Nach einiger Zeit beschlossen Bernhard und seine Gefährten, in den Zisterzienser Orden einzutreten, den zu dieser Zeit strengsten Orden. Später gründete Bernhard das berühmte Kloster von Clairveaux und der Bischof von Reims weihte ihn zum ersten Abt. Schon bald zählte das Koster 700 Brüder, von überall her kamen Männer aus allen Schichten und Ständen, verließen ihren bisherigen Lebensweg und unterwarfen sich der der Leitung des Heiligen. Insgesamt rief Bernhard noch 69 Klöster ins Leben, so dass er mit Recht der zweite Gründer des Zisterzienser Ordens genannt werden darf. Durch seine freundschaftlichen Beziehungen zu bedeutenden Persönlichkeiten sowie durch seine tiefe Frömmigkeit und seine Predigtgabe übte er auf seine Zeitgenossen größten Einfluss aus. Im Jahre 1146 konnte er König Ludwig VII. von Frankreich und König Konrad III. von Deutschland zu Teilnahme an den Kreuzzügen gewinnen.
Mittlerweile war in Deutschland, namentlich in den Städten an Rhein und Main, eine große Judenverfolgung ausgebrochen. Hierzu erhob der Hl. Bernhard seine Stimme und gemeinsam mit den Bischöfen von Worms, Speyer und Mainz konnte er der Verfolgung Einhalt gebieten. Wo immer er auftrat, konnte er die Menschen durch seine Predigten und seiner liebevollen Hingabe für seine Überzeugung gewinnen. Er galt überall als reiner Wundertäter.
Bernhard starb am 20.August 1153 zu Clairveaux, wo er auch bestattet wurde. Im Jahr 1790 wurden seine Reliquien in die benachbarte Kirche von Ville-sous-la-Ferte überführt. Sein Haupt ruht in seit 1813 in der Kathedrale von Troyes.
In der bildenden Kunst wird Bernhard im Gewand eines Zisterzienserabts mit Bienenkorb, mit Teufel an der Kette, mit bellendem Hund, mit Muttergottes und mit Leidenswerkzeugen dargestellt.
Der älteste Altar unserer Pfarrkirche in Hörstein ist der Bernhardusaltar aus dem Jahre 1626. Als im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges die Pest zum wiederholten Male (1605 / 1625) auch Hörstein befiel, gelobten die wenigen Überlebenden die Stiftung eines Altares. Sie fanden während dieser schweren Zeit ihre Zuflucht bei dem Heiligen und würdigten in mit dem Bernhardusaltar. Bis heute verehren wir unseren Ortspatron an seinem Todestag.
Nicht nur in Hörstein wird an diesen Hl. Besonders gedacht, so gedenkt unser Hl. Vater in seiner Predigt im Apostolischen Palast in Castelgandolfo mit folgenden Worten:
„BENEDIKT XVI.
ANGELUS
Apostolischer Palast in Castelgandolfo Sonntag, 20. August 2006
Liebe Brüder und Schwestern!
Heute nennt der Kalender unter den Tagesheiligen den hl. Bernhard von Clairvaux, den großen Kirchenlehrer, der zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert lebte (1091–1153). Sein Vorbild und seine Lehre erweisen sich auch in unserer Zeit als äußerst nützlich. Er hatte sich nach einer Zeit schweren inneren Ringens von der Welt zurückgezogen und wurde im Alter von 25 Jahren zum Abt des Zisterzienserklosters von Clairvaux gewählt, dessen Leitung er 38 Jahre lang, bis zu seinem Tod, innehatte. Die Hingabe an das Schweigen und die Betrachtung hinderte ihn nicht daran, umfassende apostolische Arbeit zu leisten. Er war auch vorbildlich aufgrund der Ernsthaftigkeit, mit der er darum kämpfte, sein heftiges Temperament zu beherrschen, sowie aufgrund der Demut, mit der er die eigenen Grenzen und Fehler einzugestehen wußte.
Der Reichtum und der große Wert seiner Theologie liegen nicht so sehr darin, daß er neue Wege beschritten hätte, sondern vielmehr darin, daß es ihm gelungen ist, die Glaubenswahrheiten in einem Stil darzulegen, der so klar und eindrücklich ist, daß er den Hörer in seinen Bann zieht und seinen Geist zur Sammlung und zum Gebet bereitet. Man spürt in jeder seiner Schriften den Widerhall einer reichen inneren Erfahrung, die er anderen mit erstaunlicher Überzeugungskraft vermitteln konnte. Für ihn ist die größte Kraft des geistlichen Lebens die Liebe. Gott, der die Liebe ist, schafft den Menschen aus Liebe, und aus Liebe erlöst er ihn; das Heil aller Menschen, die von der Erbschuld tödlich verwundet sind und belastet von den persönlichen Sünden, besteht darin, festzuhalten an der göttlichen Liebe, die uns im gekreuzigten und auferstandenen Christus vollkommen offenbart wurde. In seiner Liebe heilt Gott unseren erkrankten Willen und unsere erkrankte Intelligenz und erhebt sie zum höchsten Grad der Vereinigung mit ihm: zur Heiligkeit und zur mystischen Vereinigung. Davon spricht der hl. Bernhard unter anderem im kurzen aber gehaltreichen Liber de diligendo Deo. Dann gibt es noch ein anderes Werk, das ich erwähnen möchte: die an Papst Eugen III. gerichtete Schrift De consideratione. Vorherrschendes Thema ist hier, in diesem sehr persönlichen Buch, die Bedeutung der inneren Sammlung – und er spricht zu einem Papst –, ein wesentliches Element der Frömmigkeit. Man muß sich, sagt der Heilige, vor den Gefahren übermäßiger Aktivität hüten, welche Stellung und welches Amt auch immer man innehat, denn – so sagt er zum damaligen Papst, zu allen Päpsten und zu uns allen – die vielen Tätigkeiten führen oft zur »Herzenshärte«, »sind nichts anderes als Leiden des Geistes, Verwirrung der Intelligenz, Vergeudung der Gnade« (II,3). Die Ermahnung gilt für alle Arten von Tätigkeit, auch für jene, die mit der Leitung der Kirche zusammenhängen. Das Wort, das Bernhard diesbezüglich an den Papst richtet, der sein Schüler in Clairvaux gewesen war, ist provokatorisch. Er schreibt: »Du siehst, wohin dich diese verdammten Tätigkeiten treiben können, wenn du dich weiter in ihnen verlierst … sie lassen dir nichts von dir selbst« (ebd.). Wie nützlich ist auch uns diese Ermahnung zum Primat des Gebets und der Betrachtung! Ihn in unserem Leben umzusetzen, dazu helfe uns der hl. Bernhard, der das Streben des Mönches nach Einsamkeit und klösterlicher Stille mit der Dringlichkeit wichtiger und komplexer Aufgaben im Dienst der Kirche in Einklang zu bringen wußte.
Vertrauen wir diesen nicht einfachen Wunsch – also das Gleichgewicht zu finden zwischen der Innerlichkeit und der notwendigen Arbeit – der Fürbitte der Gottesmutter an, die er von Kindheit an mit der zärtlichen Verehrung eines Sohnes liebte, so daß er den Titel »Doctor Marianus« erhielt. Bitten wir sie, für die ganze Welt das Geschenk des wahren und dauerhaften Friedens zu erlangen. Der hl. Bernhard vergleicht Maria in einer berühmten Predigt mit dem Stern, auf den die Seefahrer schauen, um nicht vom Kurs abzukommen: »Im Auf und Ab der Ereignisse dieser Welt hast du den Eindruck, von Sturzwellen und Stürmen hin- und hergeworfen zu werden, statt auf der Erde zu wandeln; wende deine Augen nicht ab vom Licht dieses Sternes, wenn du nicht von den Wellen verschlungen werden willst … Schau auf den Stern, rufe Maria an … Wenn du ihr folgst, kommst du nicht vom Weg ab … wenn sie dich schützt, ängstigst du dich nicht, wenn sie dich führt, ermüdest du nicht, wenn sie dir geneigt ist, erreichst du das Ziel« (Homilia super Missus est, II,17).“
Quelle: www.vatican.va
|